Dev Log · Vault Pure, Release, Verschlüsselung, Leistung
Vault Pure 24: Entsperren fünfmal schneller, und was die Zahl 600.000 damit zu tun hatte
12. Oktober 2026:
Nach Version 23 meldete ein Nutzer aus Japan, die App sei „seit einem Update“ schwerfällig, vor allem bei der ersten Passworteingabe und beim Wischen durch Fotos. Ein Teil davon war hausgemacht, und der Fehler lag bei uns.
Die Ursache: eine Zahl, die nie gemessen wurde
In Version 20 haben wir die Rundenzahl der Passwort-Ableitung (PBKDF2) von 210.000 auf 600.000 erhöht. Die Zahl steht in den OWASP-Empfehlungen, sie gilt aber für Server. Im Code stand sogar der Hinweis, vor dem Release auf einem schwachen Gerät zu messen. Das ist nicht passiert.
Gemessen auf einem Moto E20 (ein bewusst schwaches Handy, Firebase Test Lab): 8,1 Sekunden für eine Ableitung mit 600.000 Runden. Betroffen waren neu angelegte Tresore und alte Tresore, die beim ersten Entsperren in das neue Format umgeschrieben wurden.
Was wir geändert haben
- Schnellere Ableitung, gleiches Ergebnis: Eine eigene PBKDF2/SHA-256 ersetzt den Provider-Aufruf. Auf demselben Handy sind es 1,5 Sekunden statt 8,1, byte-identisch zum bisherigen Ergebnis (per Unit- und Gerätetest belegt, auch mit Umlauten und Emoji). Ein erster Versuch über die native HMAC-Schnittstelle war übrigens nicht schneller (9,6 Sekunden): Die Zeit ging in den Aufruf pro Runde, nicht in SHA-256.
- Rundenzahl für neue Tresore wieder 210.000. Tresore aus den Builds 20 bis 23 behalten ihre gespeicherten 600.000, laufen mit der neuen Ableitung aber ebenfalls deutlich schneller.
- Ehrlich dazu: 210.000 Runden bedeuten, dass jemand, der die Tresor-Datei in die Hände bekommt, Passwörter etwa 2,9-mal schneller durchprobieren kann als bei 600.000. Das schützt vor allem ein langes Passwort besser als jede Rundenzahl.
- Ruhigere Animationen: Der Baum im Login und der Zweig in der Übersicht wurden bei jedem Bild komplett neu berechnet, mit Hunderten Blättern. Jetzt werden sie einmal im Hintergrund gezeichnet und schwingen nur noch als Ganzes. Im Energiesparmodus stehen sie still. Nebenbei: Die Zeitbasis lief mit Sekunden seit dem Neustart, und bei Handys mit mehreren Tagen Laufzeit ruckelte die Bewegung deshalb sichtbar.
- Foto-Entschlüsselung: Ein Lesepuffer vor der Entschlüsselung. Auf dem Emulator bringt das etwa 15 bis 25 Prozent.
Wie wir es geprüft haben
Unit-Tests, die komplette Instrumented-Suite auf dem Moto E20 und auf einem virtuellen Gerät, und die Tests noch einmal gegen einen mit R8 verkleinerten Build, nachdem uns R8 in Version 19 schon einmal Daten verändert hatte. Das Entsperren bis zur Übersicht dauert auf dem Moto E20 danach 2,2 Sekunden.
Was wir nicht belegt haben
Das Wischen durch Fotos haben wir auf einem echten Gerät nicht gemessen. Der Lesepuffer ist plausibel, aber ob sich das Wischen spürbar bessert, wissen wir nicht. Wenn es weiter zäh bleibt, ist das der nächste Punkt.
Herzliche Grüße aus der WerkstattDigitale Manufaktur Rudolstadt