Dev Log · Anpfiff1, Jugend, Balancing, Messen
Eine Jugendabteilung, und sechs Torhüter in einem Jahrgang
5. bis 10. September 2026:
Die Jugendabteilung ist der größte Teil von 2.1.7. Drei Altersklassen mit eigener Liga, Training nach Positionen, Talentsuche, Abwerbung, der erste Profivertrag. Die Bildschirme dafür zu bauen war der überschaubare Teil. Die Arbeit steckte in den Zahlen dahinter, und mehrere Annahmen darüber waren falsch.
Ein Jahrgang ist eine Mannschaft, keine Stichprobe
Eine neue Akademie zieht bis zu vierzehn Spieler auf einmal. Gezogen wurden sie einzeln, mit der Positionsverteilung, die auch der Profikader benutzt, vierzehn unabhängige Würfe bei rund fünfzehn Prozent Torwartanteil.
Gemessen kam einmal eine A-Jugend mit sechs Torhütern heraus und einmal eine ganz ohne. Beides ist bei unabhängigen Würfen völlig normal und trotzdem unbrauchbar: Ein Jahrgang ist eine Mannschaft.
Jetzt zählt die Ziehung die Klasse mit und füllt die größte Lücke gegen ein Sollbild, ein Torwart, vier Abwehr, vier Mittelfeld, drei Sturm auf zwölf Plätze.
Die Vorschau sagte 650 Wochen, gebraucht wurden 227
In der Kaderliste steht, wie lange ein Talent bis zur nächsten Stärkestufe braucht. Die Rechnung nahm nur das Training.
Sie ließ damit aus, was ein Jugendspieler an jedem Spieltag ohnehin bekommt: Erfahrung für den Einsatz. Nach der Balance-Umstellung war das rund sechzig Prozent des blanken Grundtempos, und ein schwach geförderter Spieler stand mit 650 Wochen in der Anzeige, während er 227 brauchte.
Gezählt wird jetzt der Einsatz mit, und nur der. Tore, Vorlagen und ein Spiel zu Null kommen oben drauf, sind aber erspielt und nicht vorhersagbar. Die Vorschau ist bewusst die pessimistische Zahl.
Ein Hilfetext, der Zahlen behauptet, muss sie rechnen
Im Hilfetext der Akademie stand: „Ohne Training und Trainer braucht eine Stärkestufe 71 Wochen." Fest im Text, in 49 Sprachen.
Nach der Balance-Umstellung war diese Zahl um das Fünffache daneben. Heute sind es 367. Der Satz kommt jetzt aus der Rechnung selbst und kann nicht mehr verrotten, und der Wächter prüft gleich mit, dass die alte Zahl nicht zurückkommt.
Der Marktwert ist für Profis gebaut
Wer ein fremdes Talent abwirbt, zahlt eine Ausbildungsentschädigung. Der erste Entwurf nahm einen Anteil des Marktwerts, damit es nur eine Preisquelle gibt.
Gemessen kam Unsinn heraus. Der Marktwert würfelt bei jedem Aufruf nach und explodiert bei jungen Spielern: Dasselbe Stärke-3-Talent kostete mit 16 Jahren vier Millionen und mit 17 achthunderttausend, und jeder Sechser lief in den Deckel.
Gerechnet wird jetzt wie die echte Ausbildungsentschädigung: Ausbildungsjahre mal Jahressatz der Vereinsstufe, gewichtet mit dem Potenzial.
Ausnahmetalente sind eine Quote, keine Wahrscheinlichkeit
Wie gut ein Jahrgang ausfällt, sollte an der Vereinsstufe hängen. Gemessen tat es das kaum: Ein Spitzenverein bekam im Schnitt 2,8 Fünfer und 1,8 Sechser, ein Achtligist 2,2 und 0,7. Der Unterschied war da, aber er war keiner, den jemand bemerkt.
Jetzt ist es eine Quote statt eines Wurfs: ein Fünfer für die oberen fünf Vereinsstufen, keiner darunter, und aus dem eigenen Nachwuchs gar kein Sechser mehr. Die Sechs wird ausgebildet, nicht gefunden. Das Potenzial bleibt davon unberührt, wer als Vierer anfängt, kann sie sich weiter erarbeiten.
Das obere Drittel der Potenzialskala hatte keine Wirkung
Potenzial läuft von 0 bis 99, die Zielstärke von 1 bis 6. Die Umrechnung rundete und deckelte, Potenzial 55 und Potenzial 99 waren damit exakt dasselbe.
Das Potenzial ist jetzt zwei Dinge zugleich: der Deckel und das Tempo. Zwei Talente mit derselben Zielstärke kommen unterschiedlich schnell dort an.
Der Scout war ein Knopf ohne Grenze
Die Talentsuche lieferte sofort ein Ergebnis und ließ sich beliebig wiederholen. Wer Geld hatte, klickte, bis etwas Gutes dabei war.
Jetzt reist der Späher in drei Reichweiten mit eigenem Preis und eigener Wartezeit: ein, zwei oder drei Spieltage, Kosten mal 1,0, 2,2 oder 4,0, dafür bis zu zwei Kandidaten mehr und bis zu elf Punkte mehr Potenzial. Dazu ein Kontingent von zwei bis vier Reisen je Saison, abhängig von der Akademiestufe.
Was bewusst nicht im Spielstand landet
Die Talentsuche holt keine Spieler aus fremden Akademien, weil es die nicht gibt: 1063 KI-Vereine mit je vierzig Jugendspielern wären rund 42.000 zusätzliche Spieler in jedem Spielstand. Die Kandidaten tragen stattdessen einen echten Herkunftsverein, und dessen Stufe bestimmt Güte und Preis.
Und zum Schluss die Umlaute
Im Quelltext schreiben wir aus alter Gewohnheit ue und ae. In einem Text, den ein Spieler liest, ist das schlicht falsch. Über die Skripte, die die Textbausteine anlegen, sind „hoeherer Entschaedigung", „Fuer diese Saison" und „der Scout ist zurueck" in die deutsche Textdatei gewandert.
Gefunden wurde das nicht beim Lesen des Quelltexts, sondern im fertigen Bild.
Der Wächter zu diesem Bereich trägt im Kopf drei Annahmen, die beim Entwurf falsch waren. Sie stehen dort, weil sie sich beim nächsten Umbau wiederholen würden.
Herzliche Grüße aus der WerkstattDigitale Manufaktur Rudolstadt