Vault Pure
1.0.6: der Rückweg aus Google Drive, und drei Sprachen von Hand
Zwei Mails eines Nutzers aus Japan haben dieses Update ausgelöst. Die erste sagte:
Das Backup lasse sich in Google Drive sichern, aber nicht zurückholen.
Er hatte recht, und es lag nicht an einer Sache, sondern an dreien.
Warum der Rückweg versperrt war
Die Wiederherstellung hatte keinen Eintrag in den Einstellungen. Sie lag nur hinter dem
Plus-Knopf in der Galerie, zwischen den Import-Aktionen. Wer ein Backup gesichert hatte,
suchte den Rückweg dort, wo der Hinweg war, fand nichts und schloss daraus, die App könne
Sicherungen schreiben, aber nicht lesen.
Die Dateiauswahl filterte auf den Dateityp einer Zip-Datei. Google Drive meldet für alles,
was es nicht kennt, einen anderen Typ, und was nicht in den Filter passt, ist im
Auswahlfenster ausgegraut. Die Datei war zu sehen, aber nicht anzutippen.
Und die Abfrage der Dateigröße konnte die Prüfung des Backups kippen. Dateien aus der
Cloud kommen ohne verlässliche Größenangabe, und daran scheiterte ein völlig intaktes
Archiv als angeblich ungültig.
Was jetzt anders ist
- Backup wiederherstellen steht in den Einstellungen unter Erweitert, direkt unter dem Erstellen
- Dateien aus Google Drive lassen sich auswählen
- Ein Backup aus der Cloud wird einmal geladen statt zweimal, das spart die Hälfte der Wartezeit
- Behoben: ein Absturz beim zweiten Wiederherstellungsversuch hintereinander
Der Papierkorb, aus der zweiten Mail
Er hatte den Weg gefunden und schrieb gleich den nächsten Wunsch: ob sich der Papierkorb
nicht auf einmal leeren lasse. Ließ er nicht. Jedes Foto einzeln löschen, jedes Mal
bestätigen, bei fünfzig Bildern hundert Tipper.
Jetzt startet langes Tippen eine Auswahl, ein weiterer Tipp nimmt Bilder dazu, und oben
stehen die Anzahl, alle auswählen, wiederherstellen und löschen. Daneben ein Knopf, der
den Papierkorb ganz leert. Gefragt wird einmal, und die Frage nennt die Zahl.
Und in derselben Version: die Sprachen
Google Play übersetzt hochgeladene Apps selbst, bei jedem Bundle neu. Vault Pure
liefert Deutsch und Englisch aus, und Play hängt 49 weitere Sprachen an, ohne dass
dafür eine einzige Zeile im Quellordner liegt.
Nachgemessen statt angenommen: In jedem der 49 erzeugten Sprachpakete wurde nach
„AES-256" gesucht, einem Wort, das keine Bibliothek mitbringt. Alle 49 tragen die
eigenen Texte.
Drei Sprachen bietet Play nicht an
Traditionelles Chinesisch, Filipino und Malaiisch stehen auf Googles Liste der
ausgeschlossenen Sprachen. Da übersetzen wir oder niemand.
Also von Hand: je 367 Texte und vier Pluralformen, übersetzt aus dem englischen
Original und nicht aus dem vereinfachten Chinesisch umkodiert. Der Unterschied ist
kein Schönheitsfehler. 計算機 ist in Taiwan der Taschenrechner, auf dem Festland
der Computer. Wer Zeichen tauscht statt zu übersetzen, schreibt Festland-Wortschatz
in traditionellen Zeichen.
Was dabei auffiel
Der Store-Eintrag stand auf traditionellem Chinesisch, die App sprach nur
vereinfachtes. Seit Android 7 gilt das eine nicht als Treffer für das andere: Wer
in Taipeh die Store-Seite las und die App dann installierte, bekam vermutlich
Englisch. Heute gibt es beide Fassungen, jede mit eigenen Aufnahmen in der Sprache
der Seite darüber.
Damit es so bleibt
Ein Test lässt den Build scheitern, wenn einer ausgelieferten Sprache ein Text
fehlt, wenn sie einen trägt, den das Original nicht mehr hat, oder wenn ein
Platzhalter die Übersetzung nicht überlebt. Das Letzte ist der gefährlichste Fall:
Aus %1$d ein %1$s gemacht stürzt genau dann ab, wenn der Text erscheint, nur in
dieser einen Sprache, auf einem Gerät, das hier niemand besitzt. Der Test wurde
gegengeprüft, indem ein Text absichtlich zerstört wurde.
Wo es weitergeht
Bei Google Play ansehen
oder die Infoseite lesen. Ausgeliefert wurde das als 1.0.6; die 1.0.5 davor ist nie ueber den
internen Test hinausgekommen. Der letzte Stand auf einem Geraet war
1.0.1.
Der Rückweg und der Papierkorb stehen hier, weil jemand eine Mail geschrieben hat. Das ist
der kürzeste Weg, etwas an einer dieser Apps zu ändern.