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Dev Log · Fake Chat Video, Android, Release, Crash

Fake Chat Video: drei Versionen in fünf Tagen, und ein Absturz, den nur die API sah

8. August 2026, der andere Zweig:

Während Anpfiff1 den Juli gefressen hat, ist bei Fake Chat Video in fünf Tagen dreimal etwas rausgegangen.

1.0.4 am 4. August

Der Aufräumrelease. Der Videoexport lief vorher in einem eigenen Service, der nichts einbrachte außer Einschränkungen beim Start im Hintergrund. Der ist weg, der Export läuft jetzt im App-Prozess. Dazu werden importierte Fotos endlich aufrecht gedreht: der Renderer hat die EXIF-Drehung ignoriert, deshalb lagen Hochkantfotos im fertigen Video seitlich.

Am selben Tag ging der Preis der Pro-Version von 9,99 auf 7,99 Euro, in allen 173 Play-Regionen. Rund 70 Regionen standen vorher bei 12,66 US-Dollar und damit über dem EU-Preis, weil sie seit dem Start nie neu eingestuft worden waren.

1.0.5 am 5. August

Vier Dinge, die man merkt. Chats von rechts nach links, also Arabisch, Hebräisch, Persisch und Urdu, blieben nicht in der Sprechblase, sondern klebten am Bildrand. Die Blase wird nach dem gemessenen Text bemessen, das Textlayout wurde aber in voller Breite gebaut, und in einem Absatz von rechts nach links beginnt der Text dann am rechten Rand dieser vollen Breite. Sieben der 86 Store-Sprachen waren davon betroffen.

Die Eingabezeile im Video sagte immer "Message", egal in welcher Sprache der Chat war. Und der erste Start legte einen Beispielchat an, der den einen freien Chatplatz verbrauchte, den ein Gratisnutzer hat.

1.0.6 heute

Der Grund war ein Absturz, den kein einziger Nutzer gemeldet hat. Die Rate lag wochenlang bei 0,00 Prozent und stieg am Tag nach dem Rollout auf 0,34, dann 0,43, dann 0,59 Prozent.

Gesehen haben wir das nur, weil die Zahlen über die Reporting-API abgefragt wurden. Die Berichte sahen alle ähnlich aus: ein Absturz tief im Grafikstapel, aber jedes Mal an einer anderen Stelle. Ein falscher Eingabewert stürzt immer an derselben Stelle ab. Wandernde Absturzstellen heißen Speicherkorruption.

Die Ursache: die Vorschau zeichnet den Chat in einem Hintergrundthread. Ändert sich währenddessen etwas, wird der laufende Auftrag abgebrochen und ein neuer gestartet. Abgebrochen wird aber nur die Verwaltung, das Zeichnen selbst läuft weiter. Zwei Threads malten also gleichzeitig auf dieselbe Fläche. Auf langsamen Geräten passiert das zuverlässig, auf schnellen fast nie, deshalb standen in den Berichten immer dieselben günstigen Modelle.

Behoben durch eine Sperre. Dazu ein Test, der zwei Zeichenaufträge absichtlich gleichzeitig startet. Ohne die Sperre stirbt dabei die Testmaschine mit genau dem Absturz, den die Nutzer hatten.

Und weil ein Release mit einer einzigen Zeile Änderungshinweis dünn ist, kam noch etwas dazu: ein leerer Editor bietet jetzt an, einen Beispielchat einzufügen. Er schreibt in die Unterhaltung, die schon da ist, kostet also keinen Platz.

Zahlen zum Stand

  • 350 übersetzbare Texte, vollständig in 71 Sprachen
  • Store-Eintrag in 86 Sprachen
  • 318 automatische Tests
  • Pro einmalig 7,99 Euro, kein Abo, keine Werbung, kein Wasserzeichen

Der Manufaktur-Dev

Herzliche Grüße aus der WerkstattDigitale Manufaktur Rudolstadt