Dev Log · Taschenlampe Pur, iOS, App Store, Ablehnung
Vier Monate für eine Taschenlampe, und dann sagt Apple: davon gibt es genug
3. September 2026:
Taschenlampe Pur gibt es bei Google Play seit Monaten. Im App Store gibt es sie
nicht, und nach diesem Sommer sieht es nicht danach aus, als würde sich das
ändern. Der Weg dorthin ist eine Geschichte in zwei Ablehnungen, und die erste
ging auf unsere Kappe.
April: abgelehnt, und zu Recht
Apple nannte zwei Richtlinien. Die eine besagt, dass eine App nicht auf andere
Plattformen verweisen soll. Unsere Beschreibung erwähnte Android, die Screenshots
zeigten die Schnelleinstellungs-Kachel, und die Support-Adresse führte auf eine
Seite, die die Play-Fassung bewarb. Die andere besagt, dass der erste Kaufartikel
zusammen mit dem Programm eingereicht werden muss. Das Werkzeug, mit dem
eingereicht wurde, hängt ihn nicht von selbst an.
In den eigenen Unterlagen steht dazu ein Satz, der stehen bleiben darf: Der
Resubmit ist seit April nicht an Apple gescheitert, sondern an uns.
August: die Aufnahmen zeigen, was Nachbauten verschweigen
Vor der zweiten Einreichung wurden die Store-Bilder nicht mehr nachgebaut,
sondern aufgenommen: 234 echte Bildschirmfotos in 39 Sprachen, aus dem Simulator.
Der zeigte die App zuerst gar nicht. Ohne Blitz meldet die Steuerung „nicht
verfügbar", und die Oberfläche blendet sich vollständig aus. Ein Startargument,
das nur in der Testfassung existiert, stellt einen Blitz, der kein Licht macht.
Damit war die Oberfläche aufnehmbar.
Die erste echte Aufnahme zeigte zwei Fehler, die in den Nachbauten nie zu sehen
waren. Im Hellmodus waren die Karten unsichtbar: Die Karte benutzte die zweite
Gruppenfarbe, das ist dort Weiß, und der Grund darunter war ebenfalls Weiß. Und
ohne eine gesetzte Akzentfarbe färbt das System jeden Knopf, jeden Regler und
jeden Link im System-Blau. Neben den orangefarbenen Markenelementen sah das aus
wie eine halbfertige Vorlage.
Beides ist behoben, und beides wäre nie aufgefallen, wenn die Bilder weiter am
Schreibtisch entstanden wären.
Dann eine Erklärung, die es nur im Browser gibt
Alles stand: Build angehängt, Texte ohne Fremdplattform-Verweise, Alterseinstufung
vollständig, Kaufartikel diesmal mit eingereicht. Das Einreichen selbst scheiterte
an einer Meldung, die nur sagte, diese Ressource lasse sich nicht prüfen.
Der rohe Antworttext nannte den Grund: eine europäische Meldepflicht, für die zu
erklären ist, ob die App eine persönliche Dienstleistung ist. Über die
Schnittstelle nicht setzbar, alle Pfade antworten mit 404. Das geht nur im
Browser, von Hand.
Am 21. August war die Einreichung dann draußen.
24. August: davon gibt es genug
Die Antwort kam nach drei Tagen und lautete Richtlinie 4.3(b), Design und Spam.
Im Wortlaut: Die App sei in erster Linie eine Taschenlampe und dupliziere Inhalt
und Funktion ähnlicher Apps, die bereits breit verfügbar seien. Es gebe schon
genug davon im App Store.
Dagegen lässt sich nichts nachbessern. Das ist kein Mangel, den man behebt, das
ist ein Urteil über die Kategorie.
Ein Detail bleibt trotzdem hängen: Geprüft wurde auf einem iPad Air ohne
LED-Blitz, obwohl die App ausschließlich für iPhones eingereicht ist. Wer sie dort
öffnet, sieht die Hauptfunktion nicht, weil es nichts zu leuchten gibt. Der Prüfer
hat also vermutlich nie gesehen, was die App tut, bevor er entschied, dass es
davon genug gibt.
Was daraus folgt
Der Build bleibt bis November gültig, die Unterlagen liegen vollständig vor, und
der ganze Weg ist aufgeschrieben, damit die nächste App nicht dieselben sieben
Hindernisse einzeln findet. Genau das ist der Ertrag: Für Vault Pure oder
QR Scanner Pur ist der Apple-Teil jetzt eine Liste statt einer Expedition.
Für die Taschenlampe selbst ist die ehrliche Antwort, dass eine App, die sich über
eine einzige Grundfunktion definiert, im App Store kaum eine Chance hat, egal wie
sauber sie gebaut ist. Bei Google Play ist sie unverändert erhältlich, und dort
funktioniert sie gut.
Ausgerechnet die Absage hat die App übrigens besser gemacht. Die zwei Designfehler
aus dem Simulator stecken heute in der Android-Fassung mit drin.
Herzliche Grüße aus der WerkstattDigitale Manufaktur Rudolstadt